Fachtagung 2018: Fehler im Kindesschutz – Wenn passiert, was nicht sein darf!

Inhalt der Tagung

Der Kindesschutz rückt oft gerade dann in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses, wenn der Schutz eines gefährdeten Kindes oder Jugendlichen nicht gewährleistet werden konnte. Kommen Kinder zu Schaden oder gar zu Tode, die dem Kindesschutz als gefährdet bekannt waren, müssen die Ursachen und Hintergründe untersucht werden. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit schnell auf die Frage, ob individuelles Versagen im Spiel ist. Eine solche Perspektive ist nicht nur verkürzt, sie schürt auch Angst und Abwehr und verhindert es dadurch, dass aus Fehlern gelernt werden kann. Sie fördert die Herausbildung von Absicherungsmentalitäten und Kontrollprozeduren in den Organisationen des Kindesschutzes, welche oftmals negativen Einfluss auf die Beziehungsgestaltung und die Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern haben.

Forschungen zu Fehlern im Kindesschutz haben gezeigt, dass diese durch individuelles Versagen allein nicht erklärt werden können. Vielmehr resultieren sie aus einem komplexen Wechselspiel zwischen individuellem Handeln, strukturellen Arbeitsbedingungen, der Organisationskultur, Kommunikationsproblemen, unhinterfragten Routinen und blinden Flecken.

Im Vordergrund der Fachtagung steht die Frage, inwieweit Fehler im Kindesschutz vermieden werden und Sicherheiten des Aufwachsens von in ihrem Wohl gefährdeten Kindern gewährleistet werden können. In diesem Zusammenhang wird erörtert, welche Fehler für den Kindesschutz typisch sind, wie sich Debatten über Fehler im Kindesschutz gesellschaftlich bedingt verändert haben und welche Ansätze und Konzepte der Fehlervermeidung im Kindesschutz existieren. Nicht zuletzt wird diskutiert, unter welchen Bedingungen es möglich ist, aus Fehlern im Kindesschutz zu lernen.

Zielgruppe

Die Fachtagung richtet sich an Fach- und Leitungspersonen aus Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden, aus sozialen Diensten, aus Fachdiensten und aus Beratungsstellen mit Aufgaben im Kindesschutz. Des Weiteren adressieren die Tagungsinhalte Personen, die mit zivilrechtlichen Kindesschutzmassnahmen mandatiert sind wie beispielsweise Beiständinnen und Beistände, Mitglieder von Aufsichtsbehörden, politisch Verantwortliche sowie sonstige an Kindeswohlfragen interessierte Fachpersonen.

Tagungsleitung: Clarissa Schär, M.A., Hochschule für Soziale Arbeit FHNW 

Datum: 22. Juni 2018

Ort: Olten

Weitere Informationen: Das Programm zur Tagung erscheint im Oktober 2017.