Fachtagung 2018: Fehler im Kindesschutz – Wenn passiert, was nicht sein darf!

Am 22. Juni 2018 fand in Olten mit rund 140 Teilnehmenden und Referierenden die Fachtagung «Fehler im Kindesschutz – Wenn passiert, was nicht sein darf!» statt.

Die Tagung fand vor dem Hintergrund statt, dass Kindesschutz oft gerade dann in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rückt, wenn der Schutz eines gefährdeten Kindes oder Jugendlichen nicht gewährleistet werden konnte. Kommen Kinder zu Schaden oder gar zu Tode, die dem Kindesschutz als gefährdet bekannt waren, müssen die Ursachen und Hintergründe untersucht werden. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit schnell auf die Frage, ob individuelles Versagen im Spiel ist. Eine solche Perspektive ist nicht nur verkürzt, sie schürt auch Angst und Abwehr und verhindert es dadurch, dass aus Fehlern gelernt werden kann. Sie fördert die Herausbildung von Absicherungsmentalitäten und Kontrollprozeduren in den Organisationen des Kindesschutzes, welche oftmals negativen Einfluss auf die Beziehungsgestaltung und die Zusammenarbeit mit Kindern und Eltern haben.

Forschungen zu Fehlern im Kindesschutz haben gezeigt, dass diese durch individuelles Versagen allein nicht erklärt werden können. Vielmehr resultieren sie aus einem komplexen Wechselspiel zwischen individuellem Handeln, strukturellen Arbeitsbedingungen, der Organisationskultur, Kommunikationsproblemen, unhinterfragten Routinen und blinden Flecken.

Im Vordergrund der Fachtagung stand die Frage, inwieweit Fehler im Kindesschutz vermieden werden und Sicherheiten des Aufwachsens von in ihrem Wohl gefährdeten Kindern gewährleistet werden können. In diesem Zusammenhang wurde erörtert, welche Fehler für den Kindesschutz typisch sind, wie sich Debatten über Fehler im Kindesschutz gesellschaftlich bedingt verändert haben und welche Ansätze und Konzepte der Fehlervermeidung im Kindesschutz existieren. Nicht zuletzt wurde diskutiert, unter welchen Bedingungen es möglich ist, aus Fehlern im Kindesschutz zu lernen.

Die Tagung wurde unterstützt vom Bundesamt für Sozialversicherung.

Die Powerpoint-Folien der Vorträge und der Workshops stehen nun als Download zur Verfügung:

Eröffnungsvortrag Prof. Dr. iur. Michelle Cottier

Workshop 1 Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (KESCHA)

Workshop 2 Lernen aus problematischen Fallverläufen im Kindesschutz

Workshop 3 Kindesschutz achtsam und zuverlässig organisieren

Workshop 4 Fehler im Kindesschutz verstehen und erkennen

Workshop 5 Leichte Sprache im Kindes- und Erwachsenenschutz

Workshop 6 Fachaufsicht im Kindesschutz: Bedeutung und Zweck

Abschlussvortrag Prof. Dr. Thomas Klatetzki