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Informationen für Eltern beteiligter Kinder und Jugendlicher

Kindesschutz und professionelle Unterstützung bei sexualisierter Onlinegewalt in der Schweiz (KISO) – Eine wissenschaftliche Studie der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW)

Die Studie untersucht «sexualisierte Onlinegewalt» gegen Kinder und Jugendliche. Das bedeutet schlechte Erfahrungen im Internet, die mit der Verletzung der sexuellen Integrität zu tun haben. Ziel ist es herauszufinden, welche Unterstützung betroffene Kinder und Jugendliche brauchen und erhalten. Dafür werden Fachpersonen und betroffene Kinder und Jugendliche befragt. Die Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen sind wichtig, um die Hilfe zu verbessern.

Worum geht es in der Studie?

In der Studie geht es um Kinder und Jugendliche, die im Internet von jemandem online belästigt, geschädigt oder unter Druck gesetzt worden sind, etwa durch Beleidigungen oder unangenehme Nachrichten mit sexuellem Inhalt, die Erpressung mit Fotos, das Vortäuschen von Liebe oder Freundschaft, das Weiterschicken von Nacktbildern oder durch Versuche, das Kind oder die/den Jugendliche:n zu sexuellen Handlungen zu überreden. Egal, ob das von Erwachsenen oder Gleichaltrigen ausgeht – solche Erlebnisse können sehr belastend sein.

Warum ist die Studie wichtig?

Wir wollen herausfinden, welche Unterstützung Kinder und Jugendliche in einer solchen Situation brauchen, welche Unterstützung sie erhalten – und wir wollen herausfinden, wie man sie in Zukunft besser unterstützen kann. Dafür sprechen wir mit Fachleuten, etwa von der Schulsozialarbeit oder aus Jugendtreffs. Und wir reden mit Kindern und Jugendlichen wie Ihrem Kind. Wir möchten von ihm erfahren, was es erlebt hat, was ihm geholfen hat und was ihm gefehlt hat.

Warum ist die Meinung Ihres Kindes wichtig?

Die Erfahrungen Ihres Kindes helfen uns, die Unterstützung für andere Kinder und Jugendliche zu verbessern.

Wir möchten mit Ihrem Kind über seine Erfahrungen mit Hilfe nach schlechten Erfahrungen im Internet sprechen, die mit der Verletzung der sexuellen Integrität zu tun haben. Bevor es losgeht, kann Ihr Kind die Forscherin kennenlernen und ihr Fragen stellen, damit es sich wohlfühlt. Das Gespräch dauert 30-90 Minuten (je nachdem, wie viel Ihr Kind erzählen möchte). Es kann eine Vertrauensperson mitbringen. Ihr Kind hat jederzeit die Kontrolle: Es bestimmt, worüber es reden möchte, und es kann Pausen machen oder das Gespräch beenden, wann immer es möchte. Seine Sicherheit und sein Wohlergehen stehen an erster Stelle.

Worum geht es im Interview?

Wir sprechen mit Ihrem Kind darüber, wie es Hilfe bekommen hat, nachdem es im Internet online belästigt, geschädigt oder unter Druck gesetzt wurde. Uns interessiert: Wer hat ihm geholfen? Was hat ihm geholfen? Was war schwierig? Was hätte es sich gewünscht?

Wichtig: Ihr Kind muss nicht über die erfahrene Gewalt selbst reden, wenn es das nicht möchte. Anfangs sprechen wir über schöne Online-Erlebnisse. Das hilft, damit Ihr Kind sich wohlfühlt.

Was ist vor dem Interview?

Wenn Ihr Kind möchte, kann es die Forscherin bereits vor dem Interview kennenlernen und ihr alle Fragen stellen, die ihm wichtig sind. So kann es in Ruhe überlegen, ob es beim Interview mitmachen will. Es kann auch vorher die Interviewthemen anschauen und sagen, worüber es nicht reden möchte.

Wie läuft das Interview ab?

Zu Beginn lernt Ihr Kind die Forscherin kennen. Sie erklärt, wie das Interview abläuft und welche Rechte Ihr Kind hat. Bevor es losgeht, darf Ihr Kind der Forscherin alle Fragen stellen, und es kann dann entscheiden, ob es wirklich an der Studie teilnehmen möchte.

Im Interview stellt die Forscherin Ihrem Kind Fragen und hört ihm aufmerksam zu. Beide können auch zusammen zeichnen oder schreiben, Figuren oder Bildkarten benutzen – so wie es für Ihr Kind passt.

Das Interview dauert ungefähr 30 bis 90 Minuten – je nachdem, wie viel Ihr Kind erzählen möchte.

Wer führt das Interview durch?

Die Interviews machen Forscherinnen, die Erfahrung mit solchen Gesprächen haben und wissen, wie sie Kinder und Jugendliche gut begleiten können.

Wo findet das Interview statt?

Ihr Kind kann selbst aussuchen, wo das Interview stattfindet: zum Beispiel zu Hause, oder an dem Ort, an dem es Unterstützung bekommen hat, oder auch an der Fachhochschule in Muttenz oder Olten.

Kann Ihr Kind jemanden mitbringen?

Ja! Ihr Kind darf eine Person seines Vertrauens mitbringen (z.B. Sie als seine Eltern, eine Fachperson, einen Freund oder eine Freundin). Diese Person kann während des Interviews in der Nähe warten und kommt dazu, wenn Ihr Kind das möchte.

Was ist, wenn es Ihrem Kind zu viel wird?

Wenn Ihr Kind oder die Forscherin merken, dass es ihm nicht gut geht, kann jederzeit eine Pause gemacht oder das Gespräch ganz beendet werden. Am Ende des Interviews bespricht die Forscherin mit Ihrem Kind, was es tun kann, falls nach dem Gespräch negative Gefühle oder Erinnerungen hochkommen.

Ihr Kind bekommt von der Forscherin ein Informationsblatt mit vielen Hilfsangeboten. Darauf sind zum Beispiel Beratungsstellen in Schulen aufgelistet oder spezielle Angebote für Kinder und Jugendliche, die Erfahrungen mit sexualisierter Onlinegewalt gemacht haben. Bei diesen Stellen kann Ihr Kind weitere Hilfe bekommen. Die Forscherin oder eine Vertrauensperson können beim Kontakt helfen.

Was passiert, wenn etwas Besorgniserregendes herauskommt?

Wenn die Forscherin während des Interviews merkt, dass Ihr Kind gerade in Gefahr ist und niemand davon weiss, darf sie das nicht für sich behalten. Sie sagt Ihrem Kind, wer darüber informiert werden sollte, zum Beispiel Sie als seine Eltern, oder die Fachperson, die Ihrem Kind schon einmal geholfen hat. Dabei wird Ihr Kind einbezogen. Niemand entscheidet ohne Ihr Kind.

Was hat Ihr Kind davon?

Wenn Ihr Kind mitmacht, hilft es dabei, dass Kinder und Jugendliche in Zukunft bessere Unterstützung bekommen. Und Ihr Kind ist vermutlich stolz darauf, dass es zeigen kann, wie es mit einer schwierigen Situation umgegangen ist.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Ihr Kind unterschreibt eine Einwilligungserklärung. Ist es unter 12 Jahre alt, brauchen wir auch Ihre elterliche Zustimmung. Wenn Ihr Kind zwischen 12 und 16 Jahre alt ist, kann es selbst über eine Teilnahme an der Studie entscheiden. Sie werden aber über die Teilnahme Ihres Kindes informiert, es sei denn, es hat ausdrücklich etwas dagegen. Ihr Kind kann seine Einwilligung jederzeit ohne Nachteile zurückziehen. Nach dem Interview darf es seine Antworten nochmals anschauen und gegebenenfalls ändern. Die Ergebnisse der Studie sind später in anonymisierter Form auf unserer Website zu finden.

Ihr Kind muss bei der Studie nicht mitmachen.

Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Ihr Kind kann jederzeit Nein sagen, das Interview abbrechen oder im Anschluss an das Interview verlangen, dass das Interview gelöscht wird. Es braucht keine Gründe zu nennen und dieser Vorgang hat keine Nachteile für Ihr Kind.

Ihr Kind entscheidet, ob es bei der Studie mitmacht.

Bevor Ihr Kind an der Studie teilnimmt, unterschreibt es eine Einwilligungserklärung. In dieser Erklärung stehen die Dinge, mit denen es einverstanden ist. Wenn Ihr Kind unter 16 Jahre alt ist, brauchen wir zusätzlich Ihr elterliches Einverständnis. Das hat damit zu tun, dass das Thema sensibel ist und wir Ihr Kind gut schützen wollen. Ist Ihr Kind über 16 alt, muss es Sie als Eltern nicht fragen, ob es an der Studie teilnehmen darf, und darf eigenständig entscheiden.

Ihr Kind darf seine Antworten aus dem Interview später anschauen und ändern.

Wir tippen das Interview ab und geben Ihrem Kind den Text, wenn es das möchte. Wenn etwas geändert werden soll, kann es uns das sagen – wir berücksichtigen das bei der Auswertung.

Ihr Kind und Sie können erfahren, was die Studie herausgefunden hat.

Wenn Ihr Kind oder Sie wissen möchten, was wir bei der Studie herausgefunden haben, finden Sie hier auf der Webseite des Projekts die Ergebnisse.

Durch die Teilnahme an der Studie erhalten wir Daten von Ihrem Kind, z. B. seinen Namen, die Adresse, Telefonnummer oder E-Mail. Alle Daten werden sicher auf einem Server der Fachhochschule gespeichert, auf den nur das Projektteam Zugriff hat. Das Interview wird aufgenommen und später abgetippt und anonymisiert. Das heisst, dass im Interviewtext Namen und Orte geändert werden, damit Ihr Kind von niemand erkannt wird. Die Ergebnisse der Studie werden auf unserer Webseite veröffentlicht, auf wissenschaftlichen Konferenzen vorgestellt und in Fachartikeln beschrieben – aber immer so, dass niemand Ihr Kind erkennen kann. Am Studienende werden die Interviewaufnahme und persönliche Daten wie Name und Kontaktinformationen gelöscht. Damit die Ergebnisse der Studie überprüft werden können, bleibt der anonymisierte Interviewtext mindestens zehn Jahre lang sicher gespeichert.

Durch die Teilnahme Ihres Kindes an der Studie bekommen wir Daten von ihm. Das Gesetz schreibt vor, dass wir mit diesen Daten sehr sorgfältig umgehen müssen.

Welche Daten haben wir über Ihr Kind?

Wenn Ihr Kind an der Studie teilnimmt, wissen wir seinen Namen und gegebenenfalls auch Informationen wie Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Auch liegt uns die Audioaufnahme vom Interview vor. Diese Aufnahme tippen wir später ab – so entsteht der anonymisierte Interviewtext, mit dem wir arbeiten. 

Wie schützen wir die Daten?

Alle Daten Ihres Kindes werden sicher auf dem Server der Fachhochschule gespeichert. Nur die Menschen aus dem Projektteam können die Daten sehen. Im Interviewtext werden alle Namen oder Orte geändert, damit niemand weiss, um wen es geht (Anonymisierung). Wenn es sein könnte, dass enge Familienmitglieder oder Freunde und Freundinnen das Kind an bestimmten Details erkennen, ändern wir auch diese Details, damit sichergestellt ist, dass wirklich niemand Ihr Kind erkennt.

Wer sieht die Ergebnisse der Studie?

Wir veröffentlichen die Ergebnisse der Studie auf unserer Webseite. Ausserdem berichten wir auf wissenschaftlichen Konferenzen, was wir herausgefunden haben. Und wir schreiben Artikel für Fachleute, die sich mit diesen Themen beschäftigen.

Wie lange speichern wir die Daten Ihres Kindes?

Alle Daten werden sicher auf dem Server der Fachhochschule gespeichert. Nur die Projektmitarbeitenden haben Zugang.

Direkt nach der Speicherung auf unserem Server wird die Interviewaufnahme vom Aufnahmegerät gelöscht, am Schluss der Studie wird sie ganz gelöscht. Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummer oder E-Mail-Adresse werden am Schluss der Studie ebenfalls gelöscht. Ausserdem löschen wir am Schluss der Studie den Schlüssel, der zeigt, welche Namen wir in den Interviews geändert haben. Danach kann niemand mehr herausfinden, wer am Interview teilgenommen hat – nicht einmal wir Forscherinnen. Die anonymen Interviews bleiben mindestens zehn Jahre lang sicher gespeichert, damit andere Wissenschaftler:innen unsere Arbeit überprüfen können.

Wenn Sie Fragen haben oder Ihnen etwas Sorgen macht, können Sie jederzeit dem Forschungsteam schreiben oder es anrufen.

Prof. Dr. Rahel Heeg, Gesuchstellerin und Projektleiterin

Prof. Dr. Kay Biesel, Gesuchsteller und Projektleiter

Dr. Clarissa Schär, Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

Aline Schoch, lic. phil., wissenschaftliche Mitarbeiterin

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